von on-site zu hybrid


Die Zeit von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Büro verbringen, 1h Mittagspause, Druckerpapier nachfüllen, der Duft von Snacks und Kaffee für die Meetings liegt in der Luft…. All das liest sich in diesen Zeiten wie aus einem veralteten, nostalgischen Klassiker.

Der Büroalltag wie er ursprünglich mal war, scheint auszusterben. Ein Fossil zwischen all den neuen, modernen Herangehensweisen. Zungenbrecher wie „distributed Work“, „hybrides Arbeiten“ oder „remote Work“ sind während der Pandemie aus dem Boden geschossen oder haben ihre Position weiter stärken können.

Denn ein Umdenken in der Branche begann mit dem Überbegriff „New Work“ bereits schon weitaus früher. In den USA wird schon lange nach den Regeln des „Neuen“ gespielt. Und das ziemlich erfolgreich.

Nicht alle waren dafür offen. Hatten ihre Flächen eingerichtet und dachten die Schäfchen und Strategien im Trockenen zu haben. Veränderung? Bei ganz vielen Unternehmen – gerade im Mittelstand – eher ein Thema das man „morgen angehen wollte.“

Der Lockdown 2020 zwang dann jedoch viele Arbeitgeber in Deutschland umzudenken.

Das bisher eher unübliche und oft gar nicht so gern gesehene Homeoffice wurde zum Normalzustand. Und es wurde ordentlich investiert. Im Schnitt haben Arbeitnehmer 600€ für die Umgestaltung ihrer privaten Wohnbereiche zur Homeoffice-tauglichen Umgebung investiert. Auch die Arbeitgeber mussten durch Anschaffungen neuer Hardware tief in die Tasche greifen.

Und nun? Pandemie überstanden und alle kehren ins Büro zurück?

Ganz im Gegenteil. Denn neben den offensichtlichen Vorteilen des „Work From Home“ (WHF) Trends, wie Einsparung von Benzinkosten, sinkende Umweltbelastung durch weniger Verkehr, weniger Unfälle, niedrigere Energiekosten in den Büros – wurden plötzlich riesige Büroflächen gar nicht mehr benötigt. Was zu Einsparungen bei Mieten etc. führt.

Auch gibt es erstaunliche Erkenntnisse über das Arbeitsverhalten der WFH praktizierenden Mitarbeiter.

Viele haben berichtet, dass sie während der Pandemie von zu Hause aus produktiver waren als vor dem Lock Down. Allerdings basieren viele dieser Berichte auf der subjektiven Selbsteinschätzung der Mitarbeiter. Auf der anderen Seite haben Umfragen auf Unternehmensebene im Jahr 2020 gezeigt, dass Geschäftsinhaber und Manager die Produktivität während der Pandemie mit überwältigender Mehrheit als geringer wahrnahmen.

Um ein besseres Verständnis für die Auswirkungen von Fernarbeit auf die Produktivität zu bekommen, müssen wir frühere Studien heranziehen, z. B. eine Studie, die im Jahr 2010 in einem chinesischen Callcenter durchgeführt wurde. Tatsächlich sank die Produktivität der Fernarbeiter nicht, sondern verbesserte sich sogar um 13 %, wobei 9 % darauf zurückzuführen waren, dass sie mehr Minuten pro Schicht arbeiteten (Fernarbeiter machten weniger Pausen und nahmen weniger Krankheitstage in Anspruch), und 4 % darauf, dass sie mehr Anrufe pro Minute tätigten – ein Ergebnis, das die Forscher auf ein ruhigeres, günstigeres Arbeitsumfeld zurückführten. Die Fernarbeiter berichteten auch über eine höhere Arbeitszufriedenheit, außerdem halbierte sich ihre Fluktuationsrate.

Die negative Seite: Trotz der verbesserten Leistung sank ihre Beförderungsrate, da die Mitarbeiter aufgrund von weniger persönlichen Interaktionen mit ihren Vorgesetzten seltener für mögliche Karrierechancen in Betracht gezogen wurden. Eine neuere Studie, die im Jahr 2020 von der Harvard Business School durchgeführt wurde, bestätigt die Erkenntnis, dass Mitarbeiter, die remote (also „fern“) arbeiten, mehr Stunden leisten. Durch die Untersuchung von E-Mail- und Besprechungsdaten tausender Firmen in 16 internationalen Großsädten zeigt die Studie, dass Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten, an mehr (aber kürzeren) Meetings pro Tag teilnehmen, mehr E-Mails senden und empfangen und sich ihr Arbeitstag um fast eine Stunde verlängert.

Allerdings bleibt die Frage, ob diese Effekte langfristig sind und unter welchen Bedingungen sie auftreten. Ist es nur ein kurzfristiger Trend, oder wird unsere Zukunft aus den neuen Modellen des Arbeitens bestehen? Hier sollte auch die Gefahr des „social distancing“ nicht unterschätz werden. Denn so effektiv und hip diese neuen Arbeitsformen auch sein mögen, der persönliche Austausch und die zwischenmenschlichen Beziehungen, dürfen nicht ganz durch unsere digitale Arbeitswelt verbannt werden.

Also ist es, wie so oft: Die goldene Mitte hält die Waage.

Die Mischkonzepte für verteiltes Arbeiten die Unternehmen umsetzen möchten zeigen, dass die Lösung nicht schwarzweiß ist, sondern dass die Zukunft der Arbeit höchstwahrscheinlich eine hybride sein wird. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Flexibilität bieten, zwischen der Arbeit im Büro und der Arbeit von zu Hause zu wählen, haben einen Wettbewerbsvorteil. Mit diesem Arbeitsmodell können Unternehmen Talente anziehen und binden. Von remote („fern“) zu distributed („verteiltem“) arbeiten.

Wie ich mir Mischkonzepte / Campus-ähnliches Arbeiten vorstelle und mehr Insights zu diesem Thema, findet ihr auch in meiner Masterclass „How to create the perfect Office Space“. Einfach mal in den Shop klicken. Da findet ihr alle Infos.

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